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Warum Hashrate zur globalen Digital-Commodity wird

von Nico Smid

Erfahre, warum Hashrate sich wie Öl oder Strom verhält: global handelbar, kostengetrieben, gehedged – die neue digitale Commodity im Bitcoin-Mining.

Hashrate: Die neue globale digitale Commodity

Hashrate beginnt sich immer stärker wie eine globale digitale Commodity zu verhalten – vergleichbar mit Öl, Strom oder Kupfer. Der Grund: Art der Produktion, des Tradings und der Preisbildung folgen zunehmend denselben Mustern wie klassische Rohstoffmärkte. Während Bitcoin selbst durch das 21-Millionen-Cap limitiert ist, wird Hashrate kontinuierlich produziert, gehandelt und bepreist – ähnlich wie Barrel Öl oder Megawattstunden Strom.

Im Mining-Ökosystem setzt sich deshalb mehr und mehr die Sichtweise durch, Hashrate nicht nur als technische Größe, sondern als handelbaren Rohstoff zu betrachten. Diese Perspektive ist wichtig, um Mining-Strategien, Hedging, Finanzierung und Standortwahl besser zu verstehen. Hashrate ist damit die digitale Basis-Commodity, die das Bitcoin-Netzwerk absichert und aus der Miner ihren Cashflow generieren.

Je weiter sich Märkte für Spot-Hashrate, Forwards und Derivate entwickeln, desto stärker nähert sich Hashrate den Strukturen klassischer Commodity-Märkte an. Das Ergebnis: transparente Preise, bessere Planbarkeit und ein professionelleres Risk-Management für Miner und Investoren.

Was ist eine Commodity – und warum passt Hashrate ins Bild?

Eine Commodity ist ein standardisiertes, austauschbares Gut. Typische Beispiele sind Öl, Strom, Kupfer, Gold, Weizen oder Sojabohnen. Sie alle teilen einige zentrale Eigenschaften: Fungibilität, Teilbarkeit, Lagerfähigkeit oder unmittelbarer Verbrauch, große liquide Märkte sowie eine Produktion, die stark kostengetrieben ist. In allen großen globalen Commodity-Märkten – ob Energie, Metalle oder Agrarrohstoffe – existieren enorme Spot- und Derivatemärkte, mit denen Produzenten und Abnehmer Preisrisiken hedgen.

Fungibilität bedeutet: Eine Einheit ist identisch mit jeder anderen Einheit derselben Commodity – ein Barrel Öl ist wie das andere Barrel, eine Unze Gold wie die andere Unze. Zudem werden Commodities in standardisierten Einheiten gehandelt, etwa Barrel, Megawattstunden, Unzen oder Bushels. Manche Commodities sind langlebig und lagerfähig (Gold, Kupfer), andere werden praktisch bei Lieferung verbraucht (Strom, Gas). Allen gemeinsam sind große, liquide Märkte mit transparenten Spot- und Futurespreisen.

Die Produktion solcher Rohstoffe ist stark kostengetrieben. Produzenten mit niedrigen Kosten überleben Preisschwächephasen und dominieren langfristig den Markt, während Hochkostenproduzenten in Bärenphasen aus dem Markt gedrängt werden. Genau dieses Muster beginnt sich zunehmend auch bei Hashrate zu zeigen – mit Mining-Farmen als Produzenten und Hashprice als zentralem Preisindikator.

Hashrate als handelbare digitale Energie

Hashrate ist die gesamte Rechenleistung, die das Bitcoin-Netzwerk sichert. Technisch ausgedrückt ist es die Anzahl der Hash-Berechnungen pro Sekunde. Auf Maschinenebene sprechen wir von TH/s (Terahashes pro Sekunde), auf Ebene von Operations oder Sites von PH/s (1.000 TH/s) und für das gesamte Netzwerk von EH/s (1.000 PH/s bzw. 1.000.000 TH/s). Diese Metriken sind standardisiert und ermöglichen es, Hashrate flexibel zu messen, zu vergleichen und zu handeln.

Im Gegensatz zu Bitcoin, dessen Gesamtmenge auf 21 Millionen limitiert ist, wird Hashrate wie eine klassische Commodity kontinuierlich produziert. Miner kaufen ASICs, schließen sie an Strom an und wandeln Elektrizität in Hashrate um. Ähnlich wie bei Barrel Öl oder Megawattstunden entsteht so ein kontinuierlicher Strom eines standardisierten Produkts, das Angebot und Nachfrage unterliegt. Der ökonomische Output dieser Hashrate sind die Bitcoin-Rewards und Fees, die Miner als Ertrag erhalten.

Hashrate selbst erfüllt dabei alle Kernmerkmale einer Commodity. Ein Hash ist identisch mit jedem anderen Hash, unabhängig davon, wer ihn produziert oder wo sich die Hardware befindet. Diese Uniformität macht es möglich, einen Marktpreis zu definieren: den Hashprice, typischerweise angegeben in USD pro PH/s pro Tag. Faktisch entspricht Hashprice damit dem Spotpreis von Hashrate – also dem Preis, den der Markt aktuell bereit ist, für eine bestimmte Menge Hashpower pro Zeiteinheit zu bezahlen.

Kostenstruktur: CapEx, OpEx und der Überlebenskampf der Miner

Die Produktion von Hashrate ist stark kapital- und betriebsintensiv. Miner benötigen CapEx für ASICs, elektrische Infrastruktur, Transformatoren, Switchgear, Netzanschlüsse und Cooling-Systeme. Hinzu kommen OpEx in Form von Stromkosten, Personal, Wartung, Reparaturen, Pacht oder Mieten. Wie in klassischen Rohstoffsektoren dominieren die laufenden Energiekosten (hier Strom) die Kostenstruktur und variieren massiv von Standort zu Standort.

Diese Unterschiede erzeugen, wie in Öl-, Gas- oder Metallmärkten, eine Marginalkosten-Kurve. Standorte mit extrem günstiger Energie – etwa Überkapazitäten bei Wasserkraft, Gasflaring-Projekte oder Regionen mit sehr niedrigen Strompreisen – liegen am unteren Ende dieser Kostenkurve. In Bärenmärkten, wenn Hashprice fällt, überleben typischerweise genau diese Low-Cost-Miner. Hochkostenproduzenten werden aus dem Markt gedrängt oder müssen ihre Flotten drosseln oder abschalten.

Langfristig führt das zu einer Konsolidierung: Wer Zugang zu billigem Strom, effizienter Hardware und professioneller Finanzierung hat, dominiert den Markt. Hashrate folgt damit dem gleichen industriellen Reifeprozess wie klassische Commodities, in denen nur die effizientesten Produzenten Preisschocks, Nachfrageeinbrüche und Zinszyklen überstehen.

Finanzialisierung von Hashrate: Spot, Forwards und Derivate

Mit der zunehmenden Reife des Mining-Sektors haben sich Märkte herausgebildet, auf denen Hashrate explizit gehandelt, gehedged und finanziert werden kann. Dazu gehören Spot-Hashrate, Forward-Kontrakte sowie Derivate und synthetische beziehungsweise tokenisierte Hashrate. Das Muster entspricht dem Energie- und Commodity-Trading: Produzenten sichern zukünftige Produktion ab, Investoren spekulieren, und industrielle Abnehmer optimieren ihr Risiko-Management.

Im Spotbereich ist NiceHash der bekannteste Marktplatz. Die Plattform verbindet Miner, die Hashrate anbieten, mit Käufern, die diese Hashrate mieten wollen. Käufer wählen Coin, Mining-Pool und Preis, während NiceHash die Orders an die Miner routed. Die Miner wiederum werden in BTC für die bereitgestellte Hashrate bezahlt. Das ermöglicht es Usern, Mining-Strategien zu fahren, ohne selbst Hardware zu besitzen – eine klare Trennung von Kapital (Hashrate-Käufer) und Infrastruktur (Miner).

Im Bereich der Forward-Märkte spielt Luxor eine zentrale Rolle. Über Luxors Hashrate-Forward-Marktplatz können Miner zukünftige Hashrate zu einem fixierten Hashprice verkaufen, um Umsätze zu sichern oder Kapital aufzunehmen. Diese Kontrakte können als Forwards individuell OTC strukturiert werden, entweder mit physischer Lieferung von Hashrate oder als Cash-Settlement. Futures dagegen sind standardisierte Kontrakte, meist cash-settled, die sich sowohl zum Hedging als auch zur Spekulation auf künftige Hashprice-Bewegungen eignen.

Forward-Curve und strategische Planung im Mining

Eine Forward-Curve zeigt die erwarteten Hashprices zu verschiedenen zukünftigen Zeitpunkten – analog zu Öl-Futures-Kurven. Für Miner, Hosting-Provider und Investoren ist diese Kurve ein zentrales Tool, um strategische Entscheidungen zu treffen. Sie erlaubt es, interne Preisannahmen zu validieren, die Performance von Mining-Fleet und Infrastrukturen gegen den Markt zu benchmarken und Payback-Perioden von ASICs realistischer zu kalkulieren.

Darüber hinaus hilft die Forward-Curve beim Verfeinern von Finanzmodellen und Investment-Entscheidungen. Miner können beispielsweise prüfen, ob es sinnvoll ist, Hashrate in der Zukunft via Forwards zu verkaufen, um Cashflows zu stabilisieren, CapEx für Expansion zu finanzieren oder OpEx abzusichern. Gleichzeitig ermöglicht sie es, verschiedene Szenarien – etwa Post-Halving-Umgebungen oder Strompreisänderungen – besser zu simulieren.

Je tiefer die Märkte für Hashrate-Trading, Hedging und Pricing werden, desto stärker verhält sich Hashrate wie eine globale, standardisierte digitale Commodity. Sie bildet die ökonomische Grundlage des Bitcoin-Netzwerks, verbindet Energie- und Kapitalmärkte und eröffnet neue Möglichkeiten, Mining-Projekte industriell und finanziell professionell zu strukturieren.

Den kompletten Artikel von Digital Mining Solutions findest du hier.

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